Tanzschreiber Review: The Task of the Translator at 10 x 6

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10 X 6 – 10 kurze Stücke

*PROLOG: Für unser erstes gemeinsames „10 times 6” haben wir uns für ein Prinzip der Vereinfachung, bzw. Begrenzung entschieden. Jede von uns bekommt zu jedem Stück 3 Stichpunkte der anderen Studioschreiberin, die sie für ihre Texte der einen Hälfte des Abends verwendet. Diese Stichworte sind Anker, Reduktion und Ideengebung. 3×10 Stichworte, 2×5 Texte, 5×3 andere Gedanken, 3x10geteilt durch 2. Wer kommt jetzt noch mit ?10×1 Studioschreiberinnen-Doppel…? GO!

Sasha Amaya: The Task of the Translator
*halbdunkel / Umrisse / getrübter Blick *dein Name auf griechisch bedeutet „noch nicht geboren“ *Übersetzung heißt Verfehlen

Das Solo von Sasha Amaya findet im Halbdunkeln statt. Ein fast nicht zu bemerkendes schummriges orangenes Licht bleibt, nur Umrisse sind zu erkennen, eine Gestalt mit langen Haaren steht da. Es ist, als ob mein Blick getrübt ist, die Augen müssen sich permanent anstrengen, um doch fast nichts zu erkennen. Die Tänzerin, Installationskünstlerin und Regisseurin Sasha Amaya spricht und bewegt sich dabei, es geht um die Unmöglichkeit des Übersetzens, darum, dass Übersetzen immer auch Verfehlen heißt. What is there instead of being born? ist der Satz, den ich erinnere, oder Dein Name auf griechisch bedeutet noch nicht geboren. Es gibt ein paar schöne Momente, zum Beispiel, wenn Sasha Amaya über John Cages „4:33” als eine Arbeit der Dankbarkeit an die Stille spricht, was in seltsam schlüssigem Zusammenhang mit dem Halbdunkel und dem getrübtem Blick steht. So trifft Bewegung, die kaum sicht-, aber trotzdem spürbar ist, auf Sound (Schritte, Atmen, ein Tritt gegen die Wand?) und auf fragmentarische Erinnerungen (My father said „You always exaggerate!“). Die Verbindungen und Zusammenhänge der einzelnen Elemente bleiben lose und sind abhängig vom Auge des Betrachters – zarte Spuren tun sich auf und verfliegen wieder, vieles bleibt im Unschlüssigen, Vagen, Halbdunklen.

Tanzschreiber*innen:

Alexandra Hennig

Alexandra Hennig, 1989 in Berlin geboren, hat nach ihrem Freiwilligen Kulturellen Jahr in den Sophiensaelen 2008 ein Studium der Theaterwissenschaft und Kulturwissenschaften in Leipzig absolviert. Derzeit steht sie vor ihrem Abschluss des Masters Tanzwissenschaft an der FU Berlin. Von 2011 bis 2014 war sie am Werkstattmacher e.V. (LOFFT Leipzig) für zahlreiche Nachwuchskünstler*innen als Produktionsleiterin und dramaturgische Begleitung tätig. Außerdem war sie Mitarbeiterin des Tanzarchivs Leipzig und Redakteurin für Tanz und Theater beim Online Portal Leipzig Almanach. 2014 gehörte sie der Jury des 100° Berlin Festivals an. Sie ist Mitglied des Theaterlabels Intermedia Orkestra. Zuletzt hat sie das Projekt Capturing Dance. Tanzdokumentation als künstlerische Praxis als Dokumentaristin begleitet. Gemeinsam mit Cilgia Gadola und Johanna Withelm kuratiert und organisiert Alexandra Hennig seit 2014 das Festival S.o.S. – Students on Stage im ada Studio Berlin.

Johanna Withelm

Johanna Withelm, 1982 in Berlin geboren, studierte nach Abschluss ihrer Bühnentanzausbildung Theaterwissenschaft, Publizistik und Kommunikationswissenschaft (BA) sowie Tanzwissenschaft (MA) an der FU Berlin. Sie arbeitete in diversen Produktionen und als Autorin u.a. für die Tanzkompanie MS Schrittmacher und im Produktionsteam M.i.C.A. – Movement in Contemporary Art. Sie kuratierte die Tanz- und Performancereihe Tanzbad (Ballhaus Ost, Berlin), sowie gemeinsam mit Alex Hennig und Cilgia Gadola das Format S.o.S. – Students on Stage im ada studio Berlin, war Jurymitglied beim 100° Festival Berlin und arbeitet seit 2016 im Bereich Produktionsleitung und Dramaturgie-Assistenz in den Sophiensaelen in Berlin.

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